Schule ein wenig besser machen

Realschule Großostheim: Verleihung Anti-Rassismus-Siegel

Das Lied „Öffnet den Kreis weit: Hier gibt’s keine Fremden, nur Freunde“ in der Feierstunde zur Verleihung des Anti-Rassismus-Siegels hatte großen Symbolcharakter: Alle Schülerinnen und Schüler der Realschule Großostheim kamen in der Turnhalle zusammen, um diese Auszeichnung entgegenzunehmen. Im vergangenen Schuljahr hatte sich eine überwältigende Mehrheit der Schulfamilie durch Unterschrift zu den Grundsätzen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekannt.

Schulleiter Hans-Peter Mahl äußerte sich stolz über seine 600 Schülerinnen und Schüler, denen Werte wie Toleranz, Rücksichtnahme und Gemeinschaft sehr wichtig seien. Sein besonderer Dank galt den beiden Hauptinitiatoren, dem Lehrer Thomas Martin und der Schülerin Veronika Birk. Diese schilderten in Dialogform, wie sie das Projekt zusammen mit der Schülermitverantwortung (SMV) vorbereitet hatten. Besonders schwierig sei die Suche nach einer Patin bzw. einem Paten gewesen.

Nach einigen Absagen habe man schließlich mit der Judith Gerlach eine Person gefunden, die sich freute, die Patenschaft zu übernehmen. In ihrer Ansprache forderte die neu ernannte bayerische Staatsministerin für Digitales die Schülerinnen und Schüler auf, sich einzumischen, nicht passiv zu sein oder wegzusehen, wenn es zu Diskriminierung oder Intoleranz komme. Als Patin wolle sie die Kinder und Jugendlichen in den nächsten Jahren bei ihrer Persönlichkeitsbildung begleiten und mit ihnen die Thematik von verschiedenen Blickwinkeln aus bearbeiten.

Die Koordinatorin der kommunalen Bildungs- und Sozialarbeit Sarah-Elisa Krasnov lobte das Engagement der SMV gegen Rassismus und Fremdenhass etwas zu tun. Sie freute sich, dass die Großostheimer Realschule die fünfte Schule im Landkreis Aschaffenburg ist, die das Courage-Siegel führen darf. Bürgermeister Herbert Jakob begrüßte die große Beteiligung der Großostheimer Realschüler an dieser bundesweiten Aktion.

Wibke Lewering vom Bezirksjugendring nahm anschließend die Titelverleihung vor. Sie berichtete, dass sich in Deutschland mittlerweile nahezu 3000 Schulen verpflichtet hätten, bei Aktionen und Projekten gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus mitzuwirken. Ihrer Meinung nach sei es dabei enorm wichtig, den Freiheitsgedanken zu pflegen, damit auch jeder seine persönlichen Ziele und Träume verwirklichen könne.

Besonders gelungen war auch das Rahmenprogramm während der Veranstaltung, das von den beiden Schülersprecherinnen Anggun Ritter und Alisha Midura moderiert wurde. Schulchor und Bläserensemble (Leitung Carolin Kunkel) sowie Projektband (Leitung Markus Theinert) sorgten nicht nur für eine aufgelockerte Atmosphäre. Mit passend ausgewählten Titeln wie beispielsweise „Frozen“ von Madonna, „Unter den Wolken“ von den Toten Hosen oder „Aufsteh’n, aufeinander zugeh’n“ wurde das Motto der Titelverleihung in allen Texten aufgegriffen. Den Abschluss bildete der Showtanz „Jungle drum“ durch die Tanz-AG (Leitung Nicole Kappl).