Wenn das Warten Geschichten erzählt

Das war der Theaterabend 2026

Mit lang anhaltendem Applaus endete am Montag, den 20. Juli 2026, der mittlerweile vierte Theaterabend der Realschule Großostheim. Zahlreiche Eltern, Familienangehörige, Freunde sowie Lehrkräfte waren der Einladung gefolgt und erlebten in der Turnhalle einen abwechslungsreichen Abend voller Humor, Spannung und berührender Momente. Wochenlang hatten die Schülerinnen und Schüler Texte gelernt, Szenen entwickelt, Requisiten gebaut und mit großem Engagement geprobt. Der Theaterabend zeigte einmal mehr eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Teamgeist und schauspielerisches Talent in der Realschule Großostheim steckt.

Den Auftakt gestalteten die Schülerinnen und Schüler des Profilfachs Theater der 5. Klassen mit dem Stück „Wie das rote Gummibärchen in die Tüte kam“ von Christina Weidl. Die Geschichte über Vorurteile, Toleranz und Zusammenhalt wurde mit viel Spielfreude und sichtbarer Begeisterung auf die Bühne gebracht. Lias Petermann als Professor Bärenkau und Naemi Krieger als Trude Taste führten souverän durch die Handlung. Gemeinsam mit Amelie OttMaximilian BuschFranziska BucherLeni Feller und Lyan Haddada als die verschiedenen Gummibärchen sowie Florina RivielloMiirja BroschVictoria SchulzAngelina StenzelPaul Diez und Mila Janowitz gelang ihnen eine ebenso humorvolle wie herzliche Aufführung, die das Publikum mit großem Applaus belohnte.

Nach dem Vorprogramm übernahm die Theater-AG mit der Komödie „Gleich geht’s los“ von Marie Schwarz die Bühne. Die Handlung spielt in einer Flughafenwartehalle, in der die unterschiedlichsten Menschen unfreiwillig mehr Zeit miteinander verbringen müssen als ihnen lieb ist. Während sich der Abflug immer weiter verzögert, geraten Fassaden ins Wanken, Vorurteile werden hinterfragt und ungeahnte Geschichten kommen ans Licht. Humorvolle Szenen wechselten sich dabei mit leisen, nachdenklichen Momenten ab und sorgten für einen unterhaltsamen Abend, der weit mehr bot als klassische Unterhaltung.

Besonders abwechslungsreich war die Vielzahl der Figuren, die von den Schülerinnen und Schülern mit großer Spielfreude und viel Gespür für ihre Rollen dargestellt wurden. Nuria López Dapena, die von Martina Azzaretto gespielt wurde, überzeugte als Frau, die nach Jahren den Mut fasst, einen tiefsitzenden Familienkonflikt zu überwinden. Mit viel Charme brachte Charlotte Hahn die liebenswerte Frau Zoller auf die Bühne, deren erste Flugreise durch eine ganz besondere Überraschung für zahlreiche Lacher sorgte.

Für einen der humorvollsten Handlungsstränge sorgten Carla Wagner und Marie Merkle als die alternden Schauspieldiven Lu van Licht und Daisy van Dark. Mit pointierten Dialogen, exzentrischer Selbstinszenierung und perfektem Zusammenspiel begeisterten sie das Publikum und zeigten zugleich, dass sich hinter jeder glitzernden Fassade auch Zweifel und Enttäuschungen verbergen können. Einen ganz anderen Ton schlugen Paul MuserCarla Bochinski und Annika Schaad an. Als geheimnisvoller Herr Krumbiegel sowie als Mutter-Tochter-Gespann Irene und Yvonne Meyershöfer erzählten sie Geschichten über Vertrauen, Ehrlichkeit und die Bedeutung familiärer Beziehungen. Ebenso überzeugend verkörperten Aisel Muca als flugangstgeplagte Bestsellerautorin Frau Hufnagel und Anna De Leonardis als abgeklärte erfahrene Flugbegleiterin Aline Baccarella zwei Figuren, deren Begegnung schließlich völlig neue Perspektiven eröffnet.

Auch die jüngeren Figuren des Stückes spiegelten aktuelle Themen wider. Hannah FriedlAlea Koch und Leni Wisslerüberzeugten als drei Freundinnen, deren Zusammenhalt auf eine harte Probe gestellt wird. Michelle Vogel, gespielt von Annika Stoppel, stellte eindrucksvoll den enormen Leistungsdruck einer jungen Karrierefrau dar, während Liam Heyl als selbstverliebter YouTuber Steven mit viel Witz, Tempo und Situationskomik immer wieder für Gelächter sorgte. Zu den emotionalen Höhepunkten des Abends gehörte das Zusammenspiel von Roma Artieri als lebensfroher Frau Schmitz und Leandra Göllner als ihrer zunächst unsicheren Begleiterin Doreen. Mit viel Humor, Menschlichkeit und feinem Gespür entwickelten sich beide Figuren im Laufe des Abends zu echten Publikumslieblingen. Abgerundet wurde das Ensemble durch Mira Ostheimer und Nele Koch als Mutter und Tochter Pfisterer, Rosalie Friesund Stephanie Xie als das ungleiche Duo Sophie Breitinger und Tina Biegert sowie Marlon Šobot als Phil und Paula Lehmen als Stewardess. Gerade diese Vielzahl unterschiedlichster Charaktere machte den besonderen Reiz des Stückes aus und zeigte eindrucksvoll die große Bandbreite des Ensembles.

Während sich die Besucherinnen und Besucher bei Getränken und kleinen Snacks in der 20-minnütiigen Pause stärken konnten, blieb die Spannung erhalten und die Handlung wurde anschließend nahtlos fortgeführt. Zum Gelingen des Theaterabends trugen auch viele Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen bei. Marlon Šobot und Paula Lehmen zeichneten verantwortlich für die Tonkulisse und sorgten mit perfekt abgestimmten Musik- und Toneinsätzen für die passende Atmosphäre. Die Gesamtleitung und Regie lagen in den Händen von Christoph Müller, der beide Theatergruppen während des gesamten Schuljahres auf die Aufführungen vorbereitet hatte. Ein herzlicher Dank gilt außerdem Frau Keßler, Herrn Schallenkammer und Herrn Kunze für ihre Unterstützung bei Organisation und Technik sowie dem Tutorenteam, das die Gäste während der Pause mit Getränken und Brezeln versorgte.

Der Theaterabend 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Theater weit mehr ist als das Auswendiglernen von Texten. Kreativität, Teamarbeit, Mut und gegenseitiges Vertrauen machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis – sowohl für die Mitwirkenden als auch für das begeisterte Publikum. Der lang anhaltende Schlussapplaus war der schönste Lohn für viele Monate intensiver Proben und macht bereits jetzt Vorfreude auf den nächsten Theaterabend der Realschule Großostheim.

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